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Die Stadt Essen

Die kreisfreie Stadt Essen liegt im Ruhrgebiet und gilt als viert größte Stadt Nordrhein-Westfalens und ist nach Düsseldorf, Köln und München mit ungefähr 580.000 Einwohnern die neunt größte Stadt Deutschlands.

 Bekannt ist Essen unter anderem als bedeutender Industriestandort und Universitätsstadt. Seit den 90er Jahren hat das Bistum Essen seinen Sitz in der Stadt. Die Stadt Essen ist in 50 Stadtteile aufgeteilt, die zusammengefasst von 9 Stadtbezirken geleitet werden. Die Bezirke werden von der Bezirksverwaltung und des jeweiligen Bezirksbürgermeisters geführt. Die Mehrheit der Stadtteile galten früher als eigene Gemeinden, bis sie im Laufe der Zeit, zumeist um das Jahr 1930 herum, in die Stadt Essen eingemeindet wurden. Wird Essen aus der Luft betrachtet, fällt äußerst schnell auf, dass die Stadt zweigeteilt ist.

Der nördliche Raum sowie die Bereiche um die Innenstadt sind stark besiedelt, der Süden hingegen weist weite Grünflächen und eine weitaus schwächere Besiedlung auf, die sich ebenfalls in der Bauweise der Häuser widerspiegelt. Im Gegensatz zu den dicht besiedelten Stadtteilen herrschen im Süden niedrig gebaute Häuser vor.

Wann die Gegend, die die heutige Stadt ausmacht, genau besiedelt wurde, ist bis heute unklar. Bislang stammt das älteste Relikt der Besiedlung aus der Saale-Kalkzeit, also von vor circa 250.000 Jahren. Da die Böden im Stadtgebiet in der Vergangenheit intensiv genutzt wurden, sind kaum ältere Funde zu erwarten. Das älteste Baumwerk wurde mit der „Kupferdreher Steinkiste“ 1937 gefunden.

Die Gründung der Stadt Essen geht auf das Frauenstift Essen zurück, wobei das Stift eng mit dem um 800 errichteten Kloster Werden zusammenarbeitete. 870 wurde der Bau der Stiftskirche festgestellt. Noch heute können die Fundamente der Kirche, die nach einem Großbrand erweitert wurde, betrachtet werden, denn das Münster Essen wurde auf den Fundamenten der alten Stiftskirche erbaut.

Interessant ist zu wissen, dass die Stadt Essen oftmals von katholischen und evangelischen Kirchen geleitet wurde. So stellte das Stift Essen kein Kloster, sondern ein Wohnheim dar; einzig die Äbtissin des Stifts war zum Keuschheitsgelübde verpflichtet. Aus dem Jahr 1244 stammt die erste Urkunde, die das Essener Stadtwappen zeigt. Zu dieser Zeit wurde die Essener Stadtmauer errichtet, die jedoch heute nicht mehr eingesehen werden kann. Bereits erhebliche Jahrhunderte bevor das Ruhrgebiet als Kohlestandort benannt wurde, erlang die Fürstäbtissin das Recht Bodenschätze abzubauen. Anfangs bestand der Bergbau aus Silberminen; das erste Kohlebergwerk wurde um 1450 errichtet. Von Kriegen und Kämpfen war die Stadt über Jahrhunderte nie ganz befreit. Der vorherrschende Streit handelte zumeist um die Frage, ob die Stadt nun den Evangelisten oder den Katholisten gehörte. Während des Dreißigjährigen Kriegs fällt Essen für einige Zeit zurück in die Hände der katholischen Kirche, doch verliert diese am Ende erneut die Oberhand.

Die Industrialisierung ist größten Teils auf die Familie Krupp zurückzuführen, die im Jahre 1811 die Kruppschen Gussstahlwerke errichtete und somit vielen Bewohnern Beschäftigung bot. Während des 2. Weltkrieges wurden große Stadtteile Essens komplett zerstört, auch die Kruppschen Werke boten ein Hauptangriffsziel. Im Laufe des Wiederaufbaus entstanden über 100.000 Wohnungen. Hierbei wurden hauptsächlich die Stadtteile Altendorf und Holsterhausen bedacht, die somit tiefer ins Stadtleben einbezogen wurden. Im Zuge des Strukturwandels änderte die Stadt Essen ihre Richtung und entfernte sich teilweise von der Industrie, um dem Dienstleistungssektor einen weiträumigen und stabilen Sitz zu geben. So ist in Essen der Hauptsitz zahlreicher namhafter Unternehmen wie RWE, STEAG, Arcandor AG und ThyssenKrupp. In der Messe Essen finden ebenfalls bekannte Messen statt, zu nennen sind hier die Equitana, SPIEL, YOU sowie die Essener Motorshow.

An Sehenswürdigkeiten bietet Essen Besuchern neben ihren historischen Merkmalen etliche Möglichkeiten. An vorderster Stelle ist die Zeche Zollverein zu nennen. Neben Konzerten kann hier das Ruhr-Museum besucht werden und natürlich bietet der Zechenverein auch Führungen an, die sich mit dem Kohleabbau befassen. In Essen gibt es zahlreiche Theater, die sich mit ihren Vorführungen einen Namen gemacht haben, wie zum Beispiel das Aalto-Theater oder der Saalbau. Wer sich für alte Filmpaläste interessiert, sollte sich unbedingt die Lichtburg ansehen. 1998 wurde die Lichtburg in die Denkmalliste aufgenommen. Sie stellt das älteste noch existierende Kino Deutschlands dar und bietet nach einer aufwendigen Renovierung erneut Filmpremieren platz. Von Ende Oktober bis Januar finden in Essen jährlich die sogenannten Lichtwochen statt. Hierbei erstrahlt die gesamte Innenstadt mit ihren Einkaufsstraßen unter einem mit Licht umgesetzten Motto.

Die Stadt Essen bietet vielerlei Shoppingmöglichkeiten, die sich größtenteils mit Kultur und Sehenswürdigkeiten verbinden lassen. In der Innenstadt selbst findet sich eine große Shoppingmeile, die direkt am Essener Münster vorbeiführt. Mit dem neu gebauten Einkaufszentrum am Limbecker Platz lassen sich auf mehreren Etagen in über 200 Shops sämtliche Kundenwünsche erfüllen. Hotels und Hostels sind über ganz Essen verteilt. Wer direkt in der Innenstadt am Rand der Einkaufsmeile wohnen möchte, sollte ein Zimmer im Hotel Handelshof buchen.

Im Jahr 2010 stand Essen stellvertretend für das Ruhrgebiet als Kulturhauptstadt 2010 und bot im Rahmen dieser Honorierung etliche kulturelle Veranstaltungen, die teilweise auch jetzt noch zu besichtigen sind.

Bild: Dieter Brockmann – Fotolia.com

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